Übungsgruppe Fenster: Terrassierte Gärten

(Mittwoch, 29. April 2009 – Klasse Automobilassistenten 1. Lehrjahr)



Vorbereitung

Beim Aufschlagen der Aufgabe assoziiere ich Bilder aus dem Tessin und südlichen Landschaften. Beim Lesen des Textes zwischen dem Gesamtbild und den acht Fenstern stelle ich fest, dass die Lernenden das nötige Vorwissen mitbringen, um die Aufgabe zu bearbeiten. Der Text liefert mir zudem drei Ideen, die ich in dieser Lektion umsetzen möchte:

a. Brainstorming zum Titel
b. Aufforderung, die Suchinformation (S) und die Kontrollinformation (K) zum einzelnen Bild direkt auf das Blatt zu notieren.
c. Endlich mit der Textarbeit zu beginnen.

Geplanter Lektionsablauf

  • Aufblenden des Titels Terrassierte Gärten ohne Lehrerkommentar und mit Brainstorming der Lernenden zum Titel. Klären und Gruppieren der Beiträge der Lernenden.
  • Vorlesen des Textes durch die Lehrperson.
  • Austeilen und Lösen der Aufgabe. Die Lernenden nummerieren die gefundenen Fenster in der Reihenfolge des Auffindens und bezeichnen zu jedem Fenster die Suchinformation (S) und die Kontrollinformation (K) mit einem Begriff.
  • Die Fragen nach der Bearbeitung lesen, sich eine Antwort überlegen, die Antworten mit den Lernenden diskutieren.


Geschätzter Zeitbedarf:    Bearbeiten der Aufgabe Terrassierte Gärten    20 Min.

Erfahrungsbericht aus der Lektion

  • Brainstorming zum Titel (ca. 3 Minuten)
  • Einige Lernende können das Wort „terrassiert“ nicht einordnen. Spontan geben andere das Substantiv „Terrasse“ als gedankliche Verbindung an. Ich skizziere mit ein paar einfachen Strichen einen „terrassierten Rebberg“ an die Wandtafel. Darauf bringen die Lernenden geografische Begriffe ein: Waadtland, Genferseegebiet, Tessin. Plötzlich sagt ein Lernender „Spiez“; ihm ist in diesem Moment der Rebberg in der schönsten Bucht des Berner Oberlandes eingefallen; auch bei uns gibt es terrassierte Gärten.
  • Als der Gedankenfluss der Lernenden stockt, schreibe ich neben die Wandtafelskizze die Frage „ warum terrassieren?“ Spontan kommen wieder Beiträge:
    • damit alle Pflanzen genügend Sonne bekommen
    • weil es einfacher zu bearbeiten ist
    • damit man aufrecht stehen kann bei der Arbeit
    • wegen dem Regen
    • damit das Regenwasser die Erde nicht wegschwemmt
  • An der Tafel stehen nun neben der Skizze „terrassiert“ und „Terrasse“
  • Einblenden des Gesamtbildes ab Folie (1 Minute)
  • Spontan werden Vermutungen geäussert, wo das Bild wohl entstanden ist. Ich höre zu, ohne zu kommentieren
  • Lehrperson liest den Text zwischen Gesamtbild und Fenstern langsam vor. (3–4 Minuten)
  • Ich schreibe die Begriffe „Suchinformation (S)“ und „Kontrollinformation (K)“ an die Tafel. Ich fordere die Lernenden auf, die Aufgabe „Transporter“ im Ordner aufzuschlagen und zu vergleichen. Währenddem ich den letzten Satz vorlese, fragt ein Lernender: Was ist das, „das Arbeitsgedächtnis“? (Gottlob beginne ich heute mit der Textarbeit).
  • Meine spontane Antwort: „Das ist der Ort in Ihrem Gedächtnis, wo Sie Vergleiche machen, wie zum Beispiel vorhin, als Sie den 'Transporter' mit dem neuen Bild verglichen haben. Bald werden Sie mehr davon erfahren.“
  • Auftrag an die Lernenden (schriftlich an der vorher nicht sichtbaren Tafel) (1 Minute):
    „Zeichnen Sie die acht Fenster im Gesamtbild ein. Notieren Sie zu jedem Fenster den entsprechenden Buchstaben und mit einer Zahl, in welcher Reihenfolge Sie das Fenster gefunden haben. Umschreiben Sie über jedem Fenster mit einem Stichwort die Suchinformation (S) und unter dem Fenster die Kontrollinformation (K).
  • Aufgabe lösen (5 Minuten)
  • Gegen Ende der Bearbeitungszeit fordere ich die Lernenden auf, die drei Fragen unten auf dem Blatt zu lesen und sich eine Lösung zu überlegen.
  • Fragen nach der Bearbeitung diskutieren – wichtigste Ergebnisse (ca. 5 Minuten)
    • Frage 1 nach dem Schwierigkeitsgrad wird unterschiedlich beurteilt. Die Zahlen der Reihenfolge des Auffindens bestätigen die geäusserten Meinungen.
    • Frage 2 wird bejaht, bei der Durchsicht der Lösungen in der Nachbereitung stelle ich fest, dass nicht alle die Arbeitsanweisung korrekt umgesetzt haben. Bei einigen Fenstern steht keine Kontrollinformation. Offenbar ist das Kontrollbedürfnis noch nicht bei allen Lernenden genügend gefestigt.
    • Frage 3 können die Lernenden nur vage beantworten: „Ich habe genau geschaut, wo es ist und habe es dann eingezeichnet.“
      Ich weise die Lernenden darauf hin, dass die Fenster ungefähr diese Form aufweisen:
       
      , währenddem ich auf ihren Blättern oft auch diese Form
       
       antreffe.
      Die Frage, was sie machen könnten, um die Präzision zu verbessern, bleibt im Raum stehen. (Gottlob habe ich bereits bei der nächsten Aufgabe Hochhaus gekibitzt!)

Reflexion

  • Mein Vorgehen hat sich bewährt. Das Brainstorming hat sich als reichhaltig erwiesen.
  • Der durchgeführte Vergleich mit der vorangehenden Aufgabe „Transporter“ hat in natürlicher Art das Vorwissen wieder aktiviert.
  • Dank der Aufforderung, die Such- und Kontrollinformation zum Fenster zu schreiben, sehe ich bei jedem Lernenden, wie er die Aufgabe gelöst hat, wo die Kontrolle unterblieben ist oder das Notieren vergessen gegangen ist.
  • Ich werde bei der nächsten Aufgabe mehr auf die Präzision beim Einzeichnen der Felder achten. Zum Teil stelle ich fest, dass sich die Such- oder die Kontrollinformation ausserhalb des gezeichneten Rahmens befinden.

 

Lösungsbeispiele (klicken Sie zur Vergrösserung auf die Miniaturen):